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Sportanlage und Fußballverein SV Laufen

Kirchanschöring/Laufen. 60 Minuten lang sah der SV Laufen beim SV Kirchanschöring II wie der sichere Sieger aus. Nach einer konzentrierten Vorstellung und einer 3:0-Führung deutete alles auf einen Auswärtserfolg der Salzachstädter hin. Doch dann kippte eine bis dahin kontrollierte Kreisklassenpartie innerhalb kürzester Zeit völlig. Angeführt vom eingewechselten Ex-Laufener Maximilian Strang starteten die Hausherren eine furiose Aufholjagd – und vollendeten in der Nachspielzeit ein kaum noch für möglich gehaltenes Comeback zum 4:3.

Vor 100 Zuschauern in Kirchanschöring gehörte die erste Torchance zunächst den Hausherren. Nach sieben Minuten kam das Leder zu Lukas Birner, dessen frühen Abschluss Laufens Torhüter Thomas Böhm jedoch glänzend entschärfte. In der Folge entwickelte sich zunächst eine zähe Anfangsphase, in der beide Mannschaften kaum offensive Höhepunkte setzen konnten. Mit zunehmender Spieldauer fand der SV Laufen allerdings besser in die Begegnung. Die Salzachstädter verzeichneten zwei, drei vielversprechende Offensivaktionen und beschäftigten die Defensive des SVK zunehmend. Insgesamt hatte die Mannschaft von Trainer Andreas Brandl die Kreisklassenpartie bis zur Pause weitgehend unter Kontrolle. In der 26. Minute schlugen die Gäste erstmals zu. Ein weiter Abschlag von Torhüter Böhm wurde gleich zweimal per Kopf verlängert und landete schließlich beim durchgestarteten Gabriel Öllerer. Der Angreifer fackelte nicht lange, zog scharf ab und traf ins kurze Eck zur 1:0-Führung für den SV Laufen. Eine gefährliche Situation hatten die Gäste in der 34. Minute zu überstehen. Zunächst lenkte Böhm den Ball über die Querlatte, anschließend sorgte auch der folgende Eckstoß für Gefahr. Micah Roper nahm aus der Distanz Maß, traf allerdings nur das Außennetz. Vier Minuten später war wieder der SV Laufen an der Reihe – und diesmal erneut mit Erfolg. Stephan Kraller schlug den Ball aus der eigenen Hälfte auf die rechte Außenbahn, wo Sebastian Hager Fahrt aufnahm. Der Laufener Angreifer hätte durchaus selbst abschließen können, bewies jedoch Übersicht, wartete auf seinen mitgelaufenen Sturmpartner Gabriel Öllerer und legte diesem den Ball mustergültig auf. Öllerer ließ sich nicht zweimal bitten und vollendete zum 2:0. Noch vor der Pause musste der SV Laufen allerdings zwei bittere personelle Rückschläge hinnehmen. In der 43. Minute waren Trainer Andreas Brandl gleich zwei verletzungsbedingte Wechsel aufgezwungen. An dieser Stelle: Gute Besserung an Yasin Brundu und Maximilian Weber!

Die vermeintliche Vorentscheidung fiel in der 57. Minute. Gabriel Öllerer setzte sich an der Torauslinie mit großem Einsatz durch und bediente diesmal seinerseits den freistehenden Sebastian Hager. Der Angreifer nahm die Vorlage dankend an und jagte den Ball unter die Querlatte – 3:0 für den SV Laufen. Zu diesem Zeitpunkt sprach kaum etwas dafür, dass diese Partie noch einmal ernsthaft spannend werden könnte. Doch nur drei Minuten später begann eine Aufholjagd, die das Spiel komplett auf den Kopf stellen sollte. Gabriel Mühlbacher drang in der 60. Minute in den Laufener Strafraum ein und arbeitete sich beinahe bis zur Torauslinie vor. Bei seinem anschließenden Abschluss bekam der einrutschende Stephan Kraller den Ball an den Ellenbogen. Schiedsrichter Dominik Petzke vom BSC Surheim entschied auf Strafstoß. Der zur Pause eingewechselte Ex-Laufener Maximilian Strang übernahm Verantwortung und verwandelte sicher zum 1:3. Und nur eine Minute später war Strang erneut zur Stelle. Nach einem Fehlpass eines Laufener Außenverteidigers schaltete der Offensivmann am schnellsten, spritzte dazwischen und vollendete zum 2:3. Binnen einer einzigen Zeigerumdrehung war aus einer komfortablen Laufener Führung plötzlich wieder ein völlig offenes Fußballspiel geworden. Kirchanschöring witterte nun seine Chance und erhöhte den Druck massiv. Der SV Laufen sah sich zunehmend in die eigene Defensive gedrängt und musste sich gegen die teilweise wütenden Angriffe der Hausherren stemmen. Dennoch bot sich den Gästen in der 70. Minute die große Gelegenheit, dem Anschöringer Aufbäumen ein Ende zu setzen. Julian Draak brach über die linke Seite durch und lief auf das Tor zu. Mit dem Außenrist wollte der Flügelspieler die vielversprechende Situation veredeln, verzog seinen Abschluss jedoch deutlich. Eine Chance, die sich noch bitter rächen sollte. In der 81. Minute schlug Kirchanschöring einen langen Ball in die Spitze. Maximilian Strang setzte sich gegen den letzten Laufener Verteidiger durch und ließ Böhm mit seinem Abschluss keine Abwehrmöglichkeit – 3:3. Das Momentum lag nun endgültig aufseiten der Hausherren. Bereits fünf Minuten später hätte der SVK die Partie komplett drehen können. Erneut segelte ein Ball in Richtung Strang, diesmal behielt jedoch Thomas Böhm die Oberhand und verhinderte mit seiner Parade zunächst den vierten Gegentreffer. Kirchanschöring II war in dieser Phase dem Sieg deutlich näher, während der SV Laufen mit allen verfügbaren Kräften versuchte, wenigstens einen Punkt über die Zeit zu retten. Und doch bekamen die Gäste in der Schlussminute noch einmal die Möglichkeit, selbst für den entscheidenden Moment zu sorgen. Eine Schussflanke von Julian Draak prallte im Kirchanschöringer Strafraum verdächtig an die Hand eines SVK-Spielers. Die Laufener forderten Strafstoß, doch Schiedsrichter Dominik Petzke winkte sofort ab. Dann folgte die Nachspielzeit – und mit ihr der endgültige Laufener Tiefschlag. In der vierminütigen Zugabe brachte Kirchanschöring noch einmal einen langen Ball aus dem Mittelfeld nach vorne. Bereits dessen Entstehung verteidigte der SV Laufen nicht konsequent genug. Gabriel Mühlbacher, der sich nach der Pause deutlich gesteigert zeigte, nahm die Situation auf und setzte sich über die linke Seite durch. Seine Hereingabe fand den einlaufenden Christopher Weiß, der den Ball zum viel umjubelten 4:3 im Tor unterbrachte. Das Kirchanschöringer Comeback war perfekt.

Ein Spiel, das Laufen niemals verlieren darf. Für den SV Laufen blieb nach dem Schlusspfiff kaum mehr als Fassungslosigkeit. Rund eine Stunde lang hatten die Salzachstädter eine starke Auswärtspartie gezeigt, kontrolliert agiert und sich eine scheinbar komfortable 3:0-Führung herausgespielt. Innerhalb einer guten halben Stunde aber entglitt der Mannschaft ein Spiel, das längst auf die Laufener Seite gekippt schien. Gerade deshalb dürfte diese Niederlage besonders schmerzen. Über weite Strecken hatten Mannschaft und mitgereiste Anhänger allen Grund zu einem guten Gefühl. Kirchanschöring nutzte anschließend jedoch nahezu jede Schwäche konsequent aus und bestrafte die nachlassende Stabilität der Gäste eiskalt. Nach dem starken Saisonstart muss der SV Laufen den Blick in der Kreisklasse 4 nun zumindest wieder etwas stärker nach unten richten. Die Konkurrenz punktet, die Abstände bleiben eng – und mit den kommenden Aufgaben wartet ein anspruchsvolles Programm. Am 3. Oktober empfängt der SV Laufen zunächst Spitzenreiter FC Hammerau, anschließend steht das Auswärtsspiel beim TSV Petting auf dem Programm. Zwei Begegnungen, für die an der Salzach sämtliche Sinne geschärft sein müssen. Konzentration, Konsequenz und die nötige Ernsthaftigkeit werden erforderlich sein, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Den gelungenen Saisonstart deshalb grundsätzlich infrage zu stellen, wäre nach sieben Spieltagen allerdings verfehlt. Dafür haben die Laufener in den vergangenen Wochen über weite Strecken zu überzeugend gespielt. Entscheidend wird vielmehr sein, die richtigen Lehren aus einer Niederlage zu ziehen, die noch einige Zeit nachwirken dürfte. Am Tag der Deutschen Einheit bietet sich bereits die nächste Gelegenheit dazu. Neues Spiel, neue Chance – diesmal gegen Spitzenreiter FC Hammerau. Und auch der kocht bekanntlich nur mit Wasser.

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