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Sportanlage und Fußballverein SV Laufen

Laufen/Grabenstätt: „Das Glück is a Vogerl“, wusste schon Fußballlegende Franz Beckenbauer. Beim SV Laufen scheint sich dieses Vogerl derzeit allerdings nur selten niederzulassen. Auch beim Gastspiel gegen den Aufsteiger SG Chieming/Grabenstätt blieb der erhoffte Befreiungsschlag aus. Mit 2:4 (0:1) mussten sich die Salzachstädter geschlagen geben. Dabei erzählt das Ergebnis nur einen Teil der Geschichte. Denn die Mannschaft von Trainer Brandl zeigte in einigen Phasen durchaus eine angenehme Vorstellung, erarbeitete sich gute Möglichkeiten und bewies insbesondere in der Schlussphase Moral. Dass am Ende dennoch die Gastgeber jubelten, lag weniger an einer spielerischen Überlegenheit als vielmehr an deren konsequenter Chancenverwertung und einigen folgenschweren Unachtsamkeiten auf Laufener Seite. So blieb ein Auftritt unbelohnt, der durchaus Hoffnung für die kommenden Aufgaben machen könnte.

Die Gäste aus der Salzachstadt fanden vielversprechend in die Begegnung. Kaum war eine Minute gespielt, setzte sich Julian Draak über die halbrechte Seite durch und suchte den Abschluss. Sein Schuss geriet allerdings zu zentral, sodass SG-Schlussmann Franz Xaver Peikert sicher zupacken konnte. Doch auch die Hausherren meldeten früh ihre offensiven Ansprüche an. Nach einem Zuspiel durch die Schnittstelle der Laufener Abwehr tauchte Felix Schrobenhauser völlig frei vor dem Tor auf, setzte seinen Abschluss jedoch neben das Gehäuse. In der Folge entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Kreisklassenpartie, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten suchten. Die erste entscheidende Szene gehörte schließlich den Gastgebern. In der 22. Minute erreichte ein langer Ball Elias Lex, der das Leder trotz leichter Bedrängnis zu Christian Weixelbaum weiterleiten konnte. Dieser ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und schob zum 1:0 ein. Ein bitterer Moment für die Gäste, die bis dahin ordentlich mitgespielt hatten. Nur drei Minuten später wäre beinahe der zweite Gegentreffer gefallen. Nach unzureichender Rückwärtsbewegung auf Laufener Seite gelangte eine flache Hereingabe von links zum völlig freistehenden Finn Stücher. Dieser hatte eigentlich alle Möglichkeiten, scheiterte mit seinem zu unplatzierten Abschluss jedoch an SVL-Torhüter Thomas Böhm. Der Laufener Schlussmann bewahrte seine Mannschaft damit vor einem frühen Zwei-Tore-Rückstand. Die Brandl-Elf benötigte einige Minuten, um diesen Rückschlag zu verarbeiten. Anschließend fanden die Gäste aber wieder besser zu ihrem Spiel, suchten mutiger den Weg nach vorne und erarbeiteten sich vielversprechende Möglichkeiten. In der 33. Minute gelangte eine halbhohe Flanke zu Gabriel Öllerer, der per Kopf auf Simon Maier weiterleitete. Dessen Abschluss fehlte zwar der letzte Druck, dennoch musste ein SG-Verteidiger unmittelbar vor der Torlinie klären. Noch näher kam Laufen dem Ausgleich in der 39. Minute. Eine Ecke von Julian Draak fand den Kopf von Gabriel Öllerer, dessen Aufsetzer Torhüter Peikert gerade noch an den Pfosten und von dort ins Toraus lenken konnte. Der Ausgleich lag nun durchaus in der Luft. Allerdings blieb auch die SG Chieming/Grabenstätt gefährlich. Beide Mannschaften hatten nicht nur mit dem jeweiligen Gegner, sondern auch mit dem tiefen Rasen und zunehmend unangenehmen Witterungsbedingungen zu kämpfen. Aufkommender Wind und erste Regenschauer erschwerten ein geordnetes Kombinationsspiel. Kurz vor dem Pausenpfiff bot sich den Hausherren nochmals eine hochkarätige Gelegenheit. Nach einem Laufener Ballverlust im Mittelfeld schaltete die SG blitzschnell um. Die Innenverteidigung der Gäste sah sich weitgehend auf sich allein gestellt. Felix Schrobenhauser trieb den Ball nach vorne und bediente den freistehenden Florian Schwarz. Doch erneut war Thomas Böhm zur Stelle und verhinderte mit einer starken Parade einen weiteren Gegentreffer. So ging es mit einem knappen 1:0 für die Gastgeber in die Kabinen. Ein Zwischenstand, der angesichts der Chancen auf beiden Seiten durchaus auch anders hätte ausfallen können.

Was sich die Laufener für den zweiten Durchgang vorgenommen hatten, erhielt bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff einen empfindlichen Dämpfer. Ein langer Ball entlang der Außenlinie brachte die SG in eine aussichtsreiche Position. Der Laufener Gegenspieler konnte das Tempo nicht mitgehen, sodass die anschließende Flanke präzise bei Christian Zenz landete. Dieser vollendete zum 2:0 (47.). Wieder einmal musste der SV Laufen einem Rückstand hinterherlaufen. Doch wer glaubte, die Salzachstädter würden sich ihrem Schicksal ergeben, sah sich getäuscht. Die Gäste blieben bemüht, suchten weiterhin offensive Lösungen und bekamen in der 57. Minute die große Gelegenheit, den Anschluss herzustellen. Karl Seger wurde im Strafraum der Hausherren zu Fall gebracht. Schiedsrichter Markus Geithner entschied folgerichtig auf Strafstoß. Gabriel Öllerer übernahm die Verantwortung und trat an, doch SG-Torhüter Franz Xaver Peikert parierte. Es war eine jener Szenen, die sinnbildlich für die derzeitige Situation des SV Laufen stehen: Die Möglichkeit war vorhanden, der Wille ebenfalls – doch im entscheidenden Augenblick fehlte das nötige Quäntchen Glück beziehungsweise die letzte Konsequenz. Nach dem vergebenen Strafstoß verlor die Begegnung zunächst an Tempo. Rund 20 Minuten lang blieben nennenswerte Höhepunkte weitgehend aus. Stattdessen rückte das Wetter immer stärker in den Mittelpunkt. Der Wind frischte auf, dunkle Wolken zogen über den Sportplatz und der Regen setzte zunehmend ein. Ausgerechnet als die äußeren Bedingungen immer ungemütlicher wurden, erwachte beim SV Laufen neuer Tatendrang. In der 77. Minute gelang endlich der verdiente Anschlusstreffer. Ein gut getimter Pass erreichte Julian Draak, der den einlaufenden Gabriel Öllerer mustergültig bediente. Dieser ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und verkürzte auf 2:1. Plötzlich war die Partie wieder offen. Die Laufener hatten sich für ihre Bemühungen belohnt und schöpften neue Hoffnung, doch die Freude währte nur kurz. In der 81. Minute segelte ein weiter Ball in den Strafraum der Gäste. Dort behinderten sich ein Laufener Verteidiger und Torhüter Thomas Böhm unglücklich gegenseitig. Elias Lex erkannte die Situation blitzschnell, nutzte das Missverständnis und stellte auf 3:1. Die Rothosen ließen die Köpfe nicht vollends hängen und warfen in der Schlussphase etwas nach vorne. Zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit wurde dieser Einsatz erneut belohnt. Nach einem Einwurf behauptete sich Gabriel Öllerer im gegnerischen Strafraum und legte den Ball überlegt in den Rückraum. Dort stand Thomas Feil goldrichtig und jagte das Leder sehenswert in den Winkel. Mit seinem Treffer zum 3:2 (88.) brachte er die Gäste nochmals in Schlagdistanz. Ein Tor, das nicht nur technisch überzeugte, sondern auch den aufkommenden Kampfgeist der Laufener unterstrich. Nun wurde deutlich, dass auch die Hintermannschaft der SG Chieming/Grabenstätt unter Druck keineswegs unverwundbar war. Die Salzachstädter hatten nochmals Hoffnung auf einen Punktgewinn und versuchten, in den verbleibenden Minuten etwas zu reißen. Doch der späte Ausgleich sollte nicht mehr gelingen. Stattdessen nutzten die Gastgeber die sich bietenden Räume zu einem letzten Gegenangriff. Über die rechte Seite wurde der Ball nach vorne getragen. Die Laufener Defensive konnte die anschließende Flanke nicht verhindern, die am langen Pfosten den völlig freistehenden Elias Lex erreichte. Dieser blieb vor Thomas Böhm abgeklärt und schob zum 4:2-Endstand ein. Damit war eine Begegnung entschieden, in der sich der SV Laufen trotz aller Rückschläge bis zuletzt gegen die drohende Niederlage gestemmt hatte.

Am Ende stand für den SV Laufen eine weitere Niederlage, die angesichts des Spielverlaufs erneut bitter ausfiel. Vier Gegentore sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, dass die Salzachstädter insbesondere im Defensivverhalten und bei der Absicherung gegnerischer Angriffe weiterhin an sich arbeiten müssen. Zu häufig wurden eigene Unachtsamkeiten von den Gastgebern konsequent bestraft. Die SG Chieming/Grabenstätt war an diesem Tag nicht deutlich überlegen, aber in den entscheidenden Momenten abgeklärter und effizienter. Genau darin lag letztlich der Unterschied. Für den SV Laufen gilt es nun, die positiven Erkenntnisse mitzunehmen und die individuellen Fehler zu reduzieren. Franz Beckenbauers Glücksvogerl mag derzeit einen großen Bogen um die Salzachstadt machen. Doch wenn der Einsatz noch mehr nach oben geschraubt wird, die Konsequenz mehr Präzision findet kann der SV Laufen selbst dafür sorgen, dass es bald wieder einen Grund zum Jubeln gibt. Und vielleicht findet dann auch das Glücksvogerl seinen Weg zurück nach Laufen.

Bildtext: Marco Freimanner vom SV Laufen machte vor allem im ersten Durchgang auf sich aufmerksam (Foto: Schmidbauer).

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