Laufen/Fridolfing: Der SV Laufen schlittert tiefer in die Ergebniskrise. Im wichtigen Kellerduell der Kreisklasse 4 beim TSV Fridolfing wachte die Mannschaft erst nach einem 0:3-Rückstand auf. Trotz einer fulminanten Schlussphase mit Aluminium-Pech reichte es am Ende nicht mehr für eine Wende. Nach der 1:3-Niederlage vor dem anstehenden Stadtderby und der Winterpause ist der Baum in Laufen keineswegs mehr flammenlos.
Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass es für die Salzachstädter ein ungemütlicher Abend werden sollte. Zwar verbuchte der SVL in der 8. Minute die erste Annäherung, als Maxi Obermayer und Simon Maier nach einem gefährlichen Freistoß durch Julian Draak aus halbrechter Position in der Box nur haarscharf vorbeirutschten, doch die Hausherren übernahmen zunehmend das Kommando. Nach zwölf Minuten landete eine Flanke des Fridolfingers Alexander Auer im Strafraum, die SVL-Keeper Thomas Böhm nicht festhalten konnte. Lukas Kellner stand einschussbereit bereit, doch die Laufener Hintermannschaft konnte die Situation in höchster Not klären. In der 20. Minute brannte es erneut im Laufener Strafraum: Nach einer Ecke parierte Böhm zunächst einen scharfen Abschluss von Alexander Auer glänzend, den anschließenden Nachschuss von Raphael Stettmeier kratzte Laufens Stephan Kraller vor der Linie weg. Drei Zeigerumdrehungen später war der Bann jedoch gebrochen. Nach einem feinen Spielzug legte Alexander Auer das Leder per Brust auf Lukas Kellner ab, der aus 20 Metern abzog und den Ball unhaltbar im Winkel zum verdientem 1:0 versenkte (23.). Laufen fand offensiv praktisch nicht statt, operierte fast ausschließlich mit langen Bällen und musste nach einer halben Stunde den nächsten Dämpfer hinnehmen, als Böhm nach einer Abwehraktion verletzt liegen blieb. Er schleppte sich bis zur Pause. Bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Laufke – der in einer von vielen kleinen Fouls geprägten Partie eine extrem strikte Linie fuhr und reichlich Gelbe Karten verteilte – blieben weitere Angriffsbemühungen des SVL brotlos.
Zur zweiten Halbzeit musste der angeschlagene Böhm schließlich in der Kabine bleiben und wurde durch Adrian Braunsperger im Tor ersetzt. Der neue Schlussmann wurde kalt erwischt: In der 49. Minute konnte ein Laufener Verteidiger einen hohen Ball der Hausherren aus der eigenen Hälfte nicht sauber verarbeiten. Dies nutzte Kellner, der rund 30 Meter vor dem Gehäuse das Leder präsentiert bekam. Dieser marschierte los, bediente Marco Jäger, die trotz Gegenwehr im Zentrum Alexander Auer fand. Mit einer geschickten Drehung um die eigene Achse schupfte dieser den Ball über Braunsperger hinweg unter die Latte – 2:0. Laufen steckte nicht auf. Nur fünf Minuten nach dem Nackenschlag setzte Gabriel Öllerer eine Marco-Freimanner-Flanke per Kopf knapp neben den Pfosten (55.). Der SVL erarbeitete sich nun endlich Chancen: Erst scheiterte Andreas Kleinschwärzer mit einem zu zentralen Abschluss am Fridolfinger Keeper Dominin Gerl (63.), dann zimmerte Öllerer den Ball nach einem Zuspiel von Maier über den Kasten (66.). Als auch noch Florian Ramgraber nach einem klugen Pass von Thomas Feil das Tor knapp verfehlte (68.), war der SVL endgültig aufgewacht und in dieser Phase die spielbestimmende Mannschaft. Mitten in diese Drangphase hinein folgte jedoch der personifizierte Knockout. Nach einem Ballverlust des SVL im Vorwärtsgang schaltete der TSV blitzschnell um. Lukas Kellner tankte sich über rechts durch, bediente im Zentrum Alexander Auer, der aus kurzer Distanz eiskalt zum 3:0 im langen Eck einnetzte (73.). Die Gäste bewiesen jedoch Moral und belohnten sich in der 75. Minute. Draak lupfte das Leder sehenswert in den Lauf von Öllerer, der sich robust im Strafraum durchsetzte und mit viel Übersicht zum 3:1 flach ins lange Eck einschoss. Plötzlich keimte späte Morgenluft auf – und der SVL schnupperte am Wunder. In der 84. Minute knallte ein Kopfball von Felix Maxlmoser nach einer Draak-Ecke an den eigenen Pfosten. Nur vier Minuten später setzte Thomas Feil zum Schuss an, der Ball wurde zur Bogenlampe abgefälscht, Öllerer spitzelte ihn über den heraneilenden Torwart, doch das Leder klatschte nur an die Latte (88.).
Am Ende brachte Fridolfing den Vorsprung über die Zeit. Für den SV Laufen bleibt die bittere Erkenntnis, dass 70 Minuten lang zu wenig investiert wurde – bärenstarke 20 Schlussminuten reichten schlichtweg nicht mehr aus.