www.svlaufen.de: Michael, Christian, die Hinrunde geht für die meisten Mannschaften langsam aber sicher in die Endzüge und die Winterpause steht schon allein wetterbedingt vor der Tür. Wie ist Deine kurze Bilanz der Hinrunde?
Christian Schmidbauer: Der Blick auf die Tabellen ist hier sehr hilfreich. Viele Mannschaften spielen im vorderen Feld mit und haben eine gute punktemäßige Hinrunde hinter sich. Alle weiteren Mannschaften, denen bisher das sportliche Glück noch nicht so hold war, geben ebenfalls alles und werden mit Sicherheit spätestens in der Rückrunde belohnt. Ich würde sagen: Es ist alles im grünen Bereich !
www.svlaufen.de: Einige Jugendjahrgänge geben für die nächsten Jahre durchaus Hoffnung für den Herrenbereich des SV Laufen. Wie siehst Du das?
Christian Schmidbauer: Ich habe es schon vor gut drei Jahren prophezeit, dass es noch ein paar Jahre benötigen wird, bis im Hinblick auf die Quantität zahlreiche Spieler aus dem Jugendbereich in den Herrenbereich stoßen können. Erste Anzeichen darauf, konnte man schon in den letzten beiden Sommern vereinzelt beobachten. In diesem Sommer 2015 freue ich mich schon auf die ersten Beschnupperungen der A-Jugend-Jahrgänge bei den Herren. Ich setze durchaus Hoffnungen in die folgenden Jahrgängen und beobachte diese schon seit einiger Zeit. Es sind da einige Jungs dabei, die mit Fleiß und Willen ein Bestandteil der Ersten werden können. Alle darauffolgenden Jahrgänge haben ebenfalls großes Potenzial. Wenn den Jungs niemand den Kopf verdreht, der Realismus gelebt wird, dann sehe ich einige heftige Sonnenstrahlen über dem Laufener Sportgelände aufgehen.
www.svlaufen.de: Nach der Weltmeisterschaft kamen viele taktische Diskussionen, neben der Überbelastung, auf. Wie siehst Du die Diskussionen?
Christian Schmidbauer: Grundsätzlich wäre es langfristig mit Sicherheit wünschenswert, wenn jeder Trainer und Jugendtrainer einem taktischen System folgen würde. Mein Vorbild in dieser Arbeit ist hier Ajax Amsterdam. Streng nach einem System zu spielen, hat sowohl Vorteile und birgt aber auch Nachteile. Ich habe hierzu ein Konzept im Schubladen, dass ich in den nächsten Jahren umsetzen möchte. Ebenfalls finde ich wichtig, wieder Spezialisten auf den Platz zu bringen. Spezialisten, die eine Position im System hervorragend ausfüllen können und hierbei einen kaum ersetzbaren Wert darstellen. Allrounder zu sein, ist zwar schön und gut, aber Spezialisten sind meiner Ansicht nach die Stützpfeiler und Häuptlinge einer Mannschaft.
www.svlaufen.de: Ein Fußballjahr besteht damit, sich ständig Diskussionen stellen zu dürfen und auch zu müssen und intern alles unter einen Hut zu bringen. Für Dich eine stemmbare Aufgabe?
Christian Schmidbauer: Wenn es keine stemmbare Aufgabe wäre, dann hätte ich schon längst hingeschmissen. Wichtig ist, dass alle Beteiligten auch einen Schritt zurückgehen können, Kompromisse schließen können und nicht bis aufs Letzte auf ihrer Meinung beharren. Wie im normalen Leben sollte auch beim Fußball umgegangen werden. Natürlich gibt es klare Hierarchien und dabei ist es auch meine Aufgabe die Richtung vorzugeben. Wie man diese Aufgabe dann auslegt, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich glaube ich habe meinen Weg schon gefunden und vorgegeben. Und bis zum heutigen Zeitpunkt kann aus meiner Sicht jeder gut damit leben, was ja durchaus nicht ganz unwichtig ist.
www.svlaufen.de: Dein Ausblick auf die nächsten Jahre?
Christian Schmidbauer: Wenn ich so in meine Zauberglaskugel reinschaue, wird mir nicht bang um die Jugendmannschaften. Aber ernsthaft: Wenn wir weiterhin engagierte Jugendtrainer finden, neue Spieler und Betreuer in den Verein integrieren können und somit aus der Masse schöpfen können, werden sich viele Problematiken im Vorfeld klären können. Dazu die Bereitschaft sich zu motivieren, muss aber jeder Einzelne mitbringen. Der Weg ist vorbereitet, er muss nur noch gegangen werden und etwaige Wegkreuzungen genutzt werden.
Wir bedanken uns recht herzlich für das Interview und freuen uns auf die weiteren Spiele der Saison.
