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SV Laufen

In einer Vorstandssitzung hat der Bayerische Fußball-Verband den "Corona-Paragrafen" 94 der Spielordnung angepasst. Im Kern rüstete sich der Verband damit für den Fall, dass die bayerische Staatsregierung den Amateursport nur noch unter 2G-Bedingungen (x-fach geimpft oder genesen) erlauben sollte. Wer keinen 2G-Status nachweisen kann, dürfte nicht auflaufen, würde vom Verband aber als zur Verfügung stehender Spieler gezählt. BFV-Vizepräsident Reinhold Baier, welcher für Rechtsfragen zuständig ist, nahm in der Passauer Neuen Presse vor kurzem dazu Stellung.

DER VIZE-PRÄSIDENT

Aus einem zwölfminütigen Telefonat mit Reinhold Baier, selbst 28 Jahre ehrenamtlich im Verein tätig, mittlerweile im Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbands, dort Vizepräsident und für Rechtsfragen zuständig:

Herr Baier, die Anpassung des "Corona-Paragrafen" 94 kam für Viele aus dem Nichts. Wieso ausgerechnet jetzt?

Reinhold Baier: "Dass es dieses Datum wird, war nicht klar, das hat keinen großen Hintergrund. In einer Vorstandssitzung im alten Jahr ist das angesprochen worden, die Task Force Corona hat sich darüber unterhalten. Dann wurde eine Arbeitsgruppe gebildet und versucht, das fachlich und rechtlich auf den Weg zu bringen. Die Ausarbeitung lag uns dann vor und dann haben wir auch gleich darüber entschieden."

Sie sagten dazu, der BFV befände sich "in der Pflicht, den Spielbetrieb auch unter 2G-Regeln auszutragen". In der Pflicht gegenüber wem?

Baier: "In der Pflicht den Vereinen gegenüber und der Allgemeinheit und gegenüber unseren Mitmenschen, den Zuschauern und Betroffenen. Solange es die Politik zulässt, müssen wir versuchen den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten."

Was sagen Sie einem nicht-geimpften Amateurfußballer, wenn der unter freiem Himmel nicht mehr Fußballspielen dürfte? Ist das noch verhältnismäßig?

Baier: "Wir sind immer in einer blöden Situation. Wir müssen entscheiden, können es aber nicht jedem Recht machen. Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten, man müsste sie eher der Allgemeinheit stellen"

Es gibt Vereine, die sich im Falle von 2G vom Spielbetrieb zurückziehen wollen. Können Sie das nachvollziehen?

Baier: "Es gibt in den Vereinen vielfach gegenteilige Meinungen. Die Regularien sind in dem Fall klar, ein Spiel wird dann abgesetzt und als Nichtantritt gewertet."

Vereine sind dazu da, die Menschen zusammenzubringen, zu vereinen. Fürchten Sie nicht, dass diese Funktion leiden könnte, wenn aussortiert werden muss?

Baier: "Wir hoffen ständig, dass die Zahlen nach unten gehen und die Lage bis Anfang des breiten Spielbetriebs im März wieder lockerer wird. Wir möchten nicht wieder eine Saison unter- oder abbrechen müssen, das war kein Spaß."



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