Laufen: Das Sportjahr 2026 lässt für den SV Laufen weiterhin zu wünschen übrig. Eine zweite Pflichtspielniederlage in Folge führt den SVL gefährlich in die Abstiegsregion der Kreisklasse. Am Samstag mussten sich die Salzachstädter dem TSV 1862 Bad Reichenhall mit 3:4 geschlagen geben. Obwohl eine Punkteteilung aufgrund der gezeigten Leistung und der Chancenverteilung durchaus verdient gewesen wäre, verpassten es die Hausherren, ihre Möglichkeiten konsequent zu nutzen, und standen am Ende mit leeren Händen da.
Gut 100 Zuschauer wollten sich das Duell an der Sportanlage Laufen, am Samstag, den 14. März 2026, nicht entgehen lassen. In den ersten Spielminuten präsentierte sich der Hausherr deutlich motivierter als noch vor einer Woche und konnte auch offensiv Akzente setzen. Belohnt wurde dies bereits in der 9. Minute: Ein präziser Ball aus dem Mittelfeld landete beim durchlaufenden Gabriel Öllerer. Dieser behielt die Nerven, spielte TSV-Keeper Benjamin van den Hirtz aus und erzielte die vielumjubelte Führung für die Salzachstädter – 1:0. Die Führung hielt vergleichsweise lange, erst in der 23. Minute gelang dem Kreisligaabsteiger aus Bad Reichenhall der Ausgleich. Louis Senft sprintete bis zur Torauslinie durch und passte das Leder quer durch den Fünfmeterraum. Während Freund und Feind verpassten, ergriff Florian Huber am langen Pfosten die Chance und versenkte das Spielgerät zum 1:1. Der TSV Bad Reichenhall erwies sich ab dieser Phase als die ballsicherere Mannschaft und belohnte sich in der 32. Minute mit dem Führungstreffer. Dieser fiel allerdings mehr oder weniger aus dem Nichts und war begünstigt durch Pech auf Seiten des SVL. Luka Moric schoss aus gut 30 Metern einfach mal scharf und flach aufs Tor. Torhüter Adrian Braunsperger, der den verletzten Stammkeeper Thomas Böhm vertrat, rutschte der Ball unglücklich durch die Hosenträger ins Netz – 1:2. Doch die Partie blieb turbulent, der nächste kuriose Treffer fiel fast postwendend auf der Gegenseite. In der 37. Minute flankte Julian Draak aus dem Halbfeld. Der Ball flog gefährlich auf den Kasten, klatschte an die Querlatte und von dort an den Rücken des TSV-Keepers van den Hirtz, ehe er die Linie überquerte – 2:2. Laufen hätte noch vor der Halbzeitpause in Führung gehen können, wenn nicht sogar müssen. In der 41. Minute bot sich Maximilian Weber und Thomas Feil eine dicke Doppelchance, doch van den Hirtz klärte beide Male mit einer spektakulären Flugeinlage und hielt den Spielstand fest. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte aber auch der TSV noch eine Gelegenheit, als Fabio Lehmann nach einem Zuspiel von Lucas Schumann aus kurzer Distanz knapp am Gehäuse vorbeischoss. Bitter aus Sicht des SV Laufen war, dass man die eigenen Hochkaräter abermals ungenutzt ließ, obwohl man als Außenseiter gut im Spiel war und dem Favoriten Paroli bot.
Fünf Minuten nach Wiederbeginn waren es erneut die Hausherren, die eigentlich hätten treffen müssen. Nach einer Hereingabe von Julian Draak fanden zunächst Gabriel Öllerer und im Nachschuss Marco Freimanner in van den Hirtz ihren Meister. Eine sehenswerte Kombination in der 62. Minute über Gabriel Öllerer, der den Ball per Chip in den Strafraum brachte, und Julian Draak, der per Scherenschlag gekonnt Simon Maier bediente, führte zur nächsten Großchance. Maiers Abschluss wurde jedoch durch eine glänzende Parade von van den Hirtz vereitelt, der das Leder gerade noch über den Querbalken lenkte. Die alte Fußballweisheit, wonach man Tore kassiert, wenn man sie vorne nicht macht, bewahrheitete sich in der 71. Minute. Ein Eckball von Luka Moric wurde per Kopf von Silvan Schubert verlängert und landete beim völlig freistehenden Ioan Maris, der aus kurzer Distanz nur noch zum 2:3 einnicken musste. Die Gegenwehr des SV Laufen schien nun kurzzeitig gebrochen, doch in der 78. Minute tauchten die Hausherren wieder gefährlich vor dem Gehäuse von van den Hirtz auf. Ein brandgefährlicher Distanzschuss von Thomas Feil zwang den TSV-Keeper erneut zu einer Glanztat, um den Ausgleich zu verhindern. Die vermeintliche Entscheidung fiel dann in der 82. Minute. Nach einem präzisen Pass aus dem Mittelfeld lief Louis Senft alleine auf Braunsperger zu und schob das Leder überlegt zum 2:4 ein. Praktisch im Gegenzug konnte der SVL jedoch noch einmal verkürzen. Julian Draak überwand den Gästekeeper mit einem scharfen Schuss und läutete somit eine spannende Schlussphase ein – 3:4 (85.). Zu mehr reichte es für die bemühten Laufener jedoch nicht mehr.
Am Ende entführte der TSV 1862 Bad Reichenhall drei glückliche Punkte aus Laufen und festigte mit nun 24 Punkten aus 15 Spielen seinen Platz in der Spitzengruppe der Kreisklasse. Für den SV Laufen hingegen verschärft sich die Situation bedenklich. Mit weiterhin 16 Punkten rutscht die Mannschaft auf den 12. Tabellenplatz ab und befindet sich nun mitten im Abstiegskampf. Der Rückstand auf das rettende Ufer wächst spürbar, während der Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze schmilzt. Laufen muss nun schnellstmöglich seine Wunden lecken und in den kommenden schweren Wochen dringend punkten, um einen eventuell drohenden Sturz in die A-Klasse abzuwenden. Die Leistung gegen Bad Reichenhall macht zwar Mut, doch am Ende zählen im Fußball nur Ergebnisse.
